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Zertifizierte Qualität


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Technische Hinweise

...zur Lieferung von Betonprodukten für den Straßen-, Landschafts- und Gartenbau

Vorbemerkungen
Betonprodukte für den Straßen-, Landschafts- und Gartenbau sind Qualitätserzeugnisse. Sie werden in weitgehend automatisierten Fertigungsstätten hergestellt. Sowohl die Ausgangsstoffe des Betons als auch die fertigen Produkte unterliegen den Güteanforderungen zugehöriger Normen bzw. Richtlinien; ihre Einhaltung wird durchumfangreiche Kontrollen laufend überprüft.

Auf der Baustelle werden gelegentlich Auffassungsunterschiede in der Beurteilung der Betonprodukte beobachtet Die nachstehenden Gesichtspunkte sollen in solchen Fällen - zur Vermeidung von Missverständnissen zwischenHersteller und Abnehmerseite - eine Hilfe bei der fachgerechten Beurteilung von Betonprodukten für den Straßen-, Landschafts- und gartenbau darstellen. Sie wurden von den Fachgremien im Bundesverband Deutsche BetonundFertigteilindustrie e.V., Bonn, aufgestellt und geben den derzeitigen Stand der Technik wieder.
 
1. Bestellung
  
1.1
Allgemeines
 Die Bestellung muss die vorgesehene Lieferadresse, den Empfänger, die Warenart und den Liefer- bzw. Abholterminenthalten. Die Befahrbarkeit der Baustelle durchLastzüge mit einem Gesamtgewicht bis zu 41 t und dieMöglichkeit zur Entgegennahme der Ware - ggf. mittelsEntladegeräten - werden vom Auftragnehmer vorausgesetzt. Eine Auslieferung mittels Kranfahrzeug bedarf entsprechender Vereinbarungen.
  
1.2
Bedarf
 Der Bedarf an Produkten für Flächenbefestigungen, z. B. Pflastersteinen und Platten, pro Quadratmeter verlegter Fläche bzw. der Bedarf an Bordsteinen, Randsteinen, Muldensteinen, Palisaden, Stufen usw. pro laufendenMeter schließt die Fugen ein. Dementsprechend werdenBetonprodukte so geliefert, dass die bestellte Fläche bzw. die bestellte Länge unter Einhaltung der jeweiligen Rastermaße belegt bzw. versetzt werden kann.
  
1.3
Pflastersteine 
 Bei der Bestellung ist zu berücksichtigen, ob die Pflastersteine von Hand oder maschinell verlegt werden sollen.Für die maschinelle Verelegung eignen sich ausschließlichPflastersteine mit angeformten Abstandhaltern (sogenannten Nocken).
  
2.
Entladung
 Vor der Entladung der Fahrzeuge ist von einem Beauftragten des Auftraggebers die Ordnungsmäßigkeit derLieferung nach Menge und Warenart zu prüfen. Selbstabholerhaben bei der Beladung im Werk die Übereinstimmung der Ladung mit der Bestellung bzw. Abholanweisungund dem Lieferschein zu prüfen. Die im Abschnitt 3genannten Gesichtspunkte sind bei der Annahme der
Lieferung zu beachten.

Bestehen Zweifel oder Bedenken hinsichtlich der Qualität, darf mit der Verarbeitung der Produkte nicht begonnenwerden, bevor eine Klärung erfolgt ist. Werden bei der Annahme der Produkte vermeintliche Mängel erkannt, die zu Zweifeln an der Zuverlässigkeit oder Zumutbarkeitder Ware Anlass geben, hat die Baustellenaufsicht entwederin Eigenverantwortung oder nach unverzüglicher Kontaktaufnahmemit dem Bauherrn eine Annahmeentscheidung zu treffen,die im Falle einer Rückweisung zur sofortigen Information des Lieferanten führen muss.

Erfolgt die Auslieferung kippfähiger Ware, z. B. Pflastersteine, durch Kippfahrzeuge, so ist Kippbruch bis 3 % der Liefermengetechnisch unvermeidbar.
  
3.
Gesichtspunkte zur Beurteilung der Produkte vor dem Einbau
  
3.1
Oberfläche
 

Bei der Verdichtung des Frischbetons kann es zu geringen, technisch nicht vermeidbaren Luft- und Wassereinschlüssenkommen. Dadurch können an der Oberfläche Poren entstehen,die jedoch keine Rückschlüsse auf mangelnde Witterungsbeständigkeitoder Festigkeit der Produkte zulassen und deren Gebrauchswert nicht beeinträchtigen, wenn die Produkte den Normen bzw. Richtlinien entsprechen. An der Oberfläche können gelegentlich punktförmige bräunliche Verfärbungen auftreten; sie stammen von betontechnologisch unbedenklichen Bestandteilen organischen Ursprungs in den verwendeten natürlichen Gesteinskörnungen und verschwindennach einiger Zeit unter Bewitterung.

Bei Produkten für die Flächenbefestigung erhöht eine rauhe Oberfläche die Griffigkeit, hemmt die Rutschgefahr und kannauch aus betontechnischer Sicht sinnvoller als eine sehr glatte Oberfläche sein.

  
3.2  Ausblühungen
 Gelegentlich können Ausblühungen vorkommen; sie sind technisch nicht vermeidbar.

In erster Linie entstehen sie durch besondere Witterungsbedingungen, denen der Beton - besonders im jungen Alter - ausgesetztist, und haben entsprechend unterschiedliches Ausmaß. Die Güteeigenschaften der Produkte bleiben hiervon unberührt.Ausblühungen stellen keinen Mangel dar. Der Gebrauchswert der Produkte wird insofern nicht beeinflusst, als dass Witterungseinflüsse und – bei Produktenfür die Flächenbefestigung zusätzlich die mechanischeBeanspruchung unter Nutzung - die Ausblühungen verschwinden lassen. Da nur der Anteil Kalk aus demZement an die Oberfläche treten kann, der nicht von denanderen Ausgangsstoffen im Beton fest gebunden ist,kommt es nach dem Abklingen von Ausblühungen in der Regel nicht erneut zu diesem Effekt. Ein Auswechseln derProdukte oder andere Maßnahmen gegen Ausblühungensind daher nicht empfehlenswert.
  
3.3
Haarrisse
 Oberflächliche Haarrisse können in besonderen Fällen auftreten; mit bloßem Auge sind sie am trockenen Produktnicht erkennbar und nur zu sehen, wenn eine zunächstnasse Oberfläche fast abgetrocknet ist. Solche Haarrissebeeinträchtigen den Gebrauchswert nicht, wenn die Produkteansonsten den Normen bzw. Richtlinien entsprechen.
  
3.4 Fertigungsbedingter Absatz bei Bordsteinen
  Bedingt durch das Fertigungsverfahren kann bei Bordsteinen mit Anlauf unterhalb des Anlaufs ein Absatz entstehen, der nach Fertigstellung der an den Bordstein angrenzenden Verkehrsfläche so tief sitzt, dass er optisch nicht mehr in Erscheinung tritt. Der Absatz ist technisch nicht vermeidbar und für den Gebrauchswert von Bordsteinen ohne Belang.
  
3.5
Fasenausbildung bei Betonprodukten
 Die im eingebauten Zustand sichtbaren Kanten von Betonprodukten für den Straßen-, Landschafts- und Gartenbaukönnen unterschiedlich ausgebildet sein. Je nachProdukttyp sind die Kanten scharfkantig, gebrochen, abgerundet,gefast, abgeschrägt und/oder unregelmäßiggeformt. Die Entscheidung, welcher Produkttyp hinsichtlich der Kantenausbildung gewählt wird, kann aus gestalterischen und/oder nutzungsbedingten Aspekten erfolgen.

Die Ausbildung der im eingebauten Zustand sichtbaren Kanten hat z. B. Einfluss auf das optische Erscheinungsbild. Bei Produkten für die Flächenbefestigung ergibt sichzudem ein Einfluss auf die Rollgeräuschemissionen und auf das Abflussverhalten oberflächlich anfallenden Wassers. Gefaste oder ähnlich ausgebildete Kanten mindern die Gefahr von Kantenabplatzungen (vgl. auch Abschnitt 4.1).

Die Herstellerunterlagen geben in der Regel Auskunft über die lieferbaren Produkttypen.
  
4
Gesichtspunkte zum Aussehen der Produkte nach dem Einbau
  
4.1
Kantenabplatzungen bei Produkten für die Flächenbefestigung
 Pflastersteine, Platten, Bordsteine, Rinnenplatten Muldensteine u. ä. Produkte, die zu engfugig - und somit nichtnach dem Technischen Regelwerk - verlegt sind oderderen Unterlage (Tragschichten und Untergrund) nicht ausreichend tragfähig und standfest ist, werden infolgedessen- eventuell bereits beim Abrütteln - Kantenbeanspruchungenausgesetzt, denen auch hochwertige Betone nicht widerstehen können. Die Folge sind Kantenabplatzungen;sie stellen keinen Mangel des Produktes, sonderneinen Mangel der Unterlage bzw. der Verlegeweise dar. Je nach Produkt richtet sich die Fugenbreite nach dem Technischen Regelwerk oder den Herstellerangaben.
  
4.2
Farb- und Strukturabweichungen
 

Farb- und Strukturabweichungen sind aufgrund der Verwendung von natürlichen Rohstoffen (z. B. Gesteinskörnungen, Zement,Wasser), die natürlichen Schwankungen unterliegen, nicht vermeidbar.Darüber hinaus haben Form und Größe der Produkte, technisch nicht vermeidbare Schwankungen der Betonzusammensetzung,Witterung, Betonalter usw. Einfluss auf die Farbe und die Struktur der Betonprodukte.

Dies gilt sowohl für nicht nachträglich bearbeitete Erzeugnisse, als auch für solche mit werksteinmäßig bearbeiteter Oberfläche(z. B. gewaschener, gestrahlter oder gestockter Oberfläche). Insbesondere durch die werksteinmäßige Oberflächenbearbeitungwird die Natürlichkeit der verwendeten Rohstoffe hervorgehoben.

Farb- und Strukturabweichungen können daher bei Betonprodukten fertigungs- und rohstoffbedingt auftreten. Zufällige Unregelmäßigkeiten sind für die Technologie dieser Erzeugnisse charakteristisch und bei der Beurteilung des Gesamteindruckes des Gewerkes zu berücksichtigen.

Der optische Gesamteindruck des Gewerkes kann nur aus dem üblichen Betrachtungsabstand des Nutzers und untergebrauchsüblichen Beleuchtungs- und sonstigen Randbedingungenbeurteilt werden. Insofern stellen fertigungs- und rohstoffbedingte Farb- und Strukturabweichungen keinen Mangel dar.

Die Bewitterung und die mechanische Beanspruchung führen bei Betonprodukten und daraus hergestellten Bauwerken, z. B. Pflasterdecken und Plattenbelägen, zu einer Veränderung vonEigenfarbe und Oberflächenstruktur. Eventuell anfangs vorhandene Unterschiede gleichen sich im Laufe der Nutzung an.

Wird die Wahl für ein Betonprodukt z. B. anhand von Musterflächen oder Bauwerken getroffen, die bereits der Witterung undNutzung ausgesetzt sind, ist zu berücksichtigen, dass gleichartige neue Produkte diesen Einflüssen noch nicht ausgesetzt sind und Farb- und Strukturunterschiede zur ürsprünglichen Musterflächebzw. zum ursprünglichen Bauwerk aufweisen können. Dies gilt sinngemäß auch für Nachlieferungen.

5
Winterdienst
 Beton besitzt im jungen Alter noch nicht die volle Frost-Tausalz- Widerstandsfähigkeit. Deshalb muss Schnee- und Eisglätte -falls sie innerhalb der ersten drei Monate nach dem Einbau auftritt- mit abstumpfenden Streumitteln beseitigt werden.
  
 1) Ausblühungen entstehen durch die Ablagerung von in Wasser gelöstem Kalkhydrat (Ca(OH)2), das nach Verdunsten des Wassersund Reaktion mit dem Kohlendioxid (CO2) der Luft als Calciumcarbonat(CaCO3) auf der Betonoberfläche anfällt.
  
 Herausgeber: Bundesverband Deutsche Beton- und Fertigteilindustrie e.V., Bonn
 

Ulonska SLG, Bonn 08.01.2007

 

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