Einbauempfehlungen für Pflastersteine

Einbauempfehlungen für Pflastersteine

Wasserdurchlässige Bauweise für normale, gefügedichte und wasserdurchlässige Betonpflastersteine

  • Steine sind nach Niederschlag schneller und länger trocken
  • Geringere Verschmutzung und einfachere Reinigung
  • Geringerer Algen- und Moosbewuchs
  • Weniger Unkraut in den Fugen durch Feuchtigkeitsentzug
  • Stockflecken durch Staunässe können nicht entstehen
  • Geringere Aufweichung der Bettung - weniger Versackung bei Verkehrsbelastung
  • Keine Pfützenbildung - auch bei minimalem Gefälle

 

10 Regeln zum fachgerechten Einbau von Pflastersteinen

Planum

Als "Planum" wird die Oberfläche des zuvor verdichteten Untergrundes oder Unterbaues bezeichnet. Es ist profilgerecht, eben und tragfähig herzustellen. Aus bautechnischen Gründen wird die an der Pflasteroberfläche erforderliche Längs- und Querneigung grundsätzlich an allen Schichtoberflächen, so auch auf demPlanum, ausgeführt. Mindestneigung: 2,5 %, bei wasserempfindlichen Böden 4% 

Tragschichten

Sie müssen tragfähig, frostsicher, verformungsbeständig und ausreichend wasserdurchlässig sein. Überwiegend werden Tragschichten aus ungebundenen Gesteinskörnungen (Tragschichten ohne Bindemittel, ToB) hergestellt. Sie sind in ausreichender Dicke, profilgerecht, eben und tragfähig herzustellen. Die erforderliche Neigung ergibt sich aus der Neigung der Pflasteroberfläche (Mindestquerneigung 2,5 %). Die Frostschutzschicht zählt ebenfalls zu den Tragschichten ohne Bindemittel.

Prüfung angelieferter Baustoffe

Lieferschein mit Bestellung vergleichen. Bei Betonpflastersteinen z.B. Format, Farbe, Oberflächenbearbeitung und Menge.
Sobald die Fuge oder der Stein oder beides langfristig wasserdurchlässig bleibt, gilt eine Befestigung als wasserdurchlässig. Für eine wasserdurchlässige Befestigung werden im "Merkblatt für wasserundurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen" von der FGSV folgende Wasserdurchlässigkeiten beim Oberbau gefordert:

Untergrund > 2,7 * 10-5 = >0,027 mm/sec siehe Punkt 3.1 vom Merkblatt FGSV
Tragschicht > 5,5 * 10-5 = >0,054 mm/sec siehe Punkt 3.3.2 vom Merkblatt FGSV
Bettungsmaterial > 5,4 * 10-5 = >0,054 mm/sec siehe Punkt 4.4.2 vom Merkblatt FGSV

Bei Abweichungen ist eine Klärung mit dem Vertragspartner/Lieferanten vor dem Einbau herbeizuführen.

Randeinfassung

Pflasterdecken brauchen grundsätzlich eine stabile Randeinfassung! Der Abstand der Randeinfassungen wird unter Beachtung der vereinbarten Verlegebreite durch Auslegen einzelner Steinzeilen vor Beginn  der Verlegearbeiten festgelegt. Elemente für die Randeinfassung, z.B. Bord- oder Einfassungssteine, sind höhen- und fluchtgerecht auf ein Fundament aus Beton zu setzen und erhalten eine Rückenstütze aus Beton. Fundament und Rückenstütze werden "frisch in frisch" hergestellt.

Entwässerungsrinnen

Oberflächlich anfallendes Wasser muss auf möglichst kurzen Fließwegen zügig von der Oberfläche abgeleitet werden.
Entwässerungsrinnen erhalten eine Längsneigung von mind. 0,5 %. Die Elemente, z.B. Muldensteine, Rinnenplatten oder Pflastersteine, sind höhen- fluchtgerecht auf ein Fundament aus Beton zu setzen und mit gebundenem Fugenmaterial zu verfugen. Entwässerungsrinnen sind mit Bewegungsfugen auszuführen.

Pflasterbettung

Sie ist wasserdurchlässig in gleichmäßiger Dicke, höhen- und profilgerecht auszuführen.
Dicke im verdichteten Zustand: 3 bis 5 cm.
Grundsätzlich müssen für befahrene Flächen kornabgestufte Bettungsmaterialien mit einem Größtkorn von mind. 4 mm verwendet werden. Das Bettungsmaterial muss filterstabil zum Tragschichtmaterial sein! Das Bettungsmaterial ist gleichmäßig gemischt und gleichmäßig durchfeuchtet anzuliefern und zügig einzubauen. Nach dem Abziehen darf die Bettung nicht mehr befahren oder betreten werden.

 

Verlegung

Betonpflastersteine sind im vereinbarten Verbund und mit ausreichenden Fugenbreiten von der verlegten Fläche aus zu verlegen. Abstandhalter an den Steinen geben nicht das Maß der Fugen breite vor; die Pressverlegung ist zu vermeiden. Die Fugenachsen müssen einen gleichmäßigen Verlauf aufweisen. Geradlinige Fugenverläufe sind durch ausreichende Schnüren in Längs- und Querrichtung sicherzustellen. Zur Vermeidung unerwünschter Farbkonzentrationen sollten die Steine aus mehreren Paketen gemischt verwendet werden. Passteine dürfen nicht kleiner als der halbe Ausgangsstein und nicht zu spitzwinklig sein. Das Zuarbeiten sollte durch Nassschnitt erfolgen.

 

Verfugen

Das Einbringen des Fugenmaterials durch Einfegen und/oder Einschlämmen erfolgt kontinuierlich mit dem Fortschreiten der Verlegearbeiten. Kornabgestufte Fugenmaterialien mit einem Größtkorn von mind. 2mm sind zu bevorzugen; sie müssen filterstabil zum Bettungsmaterial sein! Die Fugen sind vollständig mit Fugenmaterial zu füllen.

Abrütteln

Vor dem Abrütteln ist überschüssiges Fugenmaterial vollständig abzukehren.
Farbiges Pflaster und solches mit besonderer Oberflächengestaltung darf nur bei trockener Pflasteroberfläche und nur unter Verwendung einer Platten-Gleit-Vorrichtung abgerüttelt werden. Unverfugte Pflasterflächen dürfen nicht abgerüttelt werden, eingeschlämmte Pflasterflächen erst nach ausreichendem Abtrocknen von Bettung und Unterlage.

 

Fugenschluss

Ein abschließender Fugenschluss durch Einschlämmen einer feinkornreichen Gesteinskörnung erhöht die Widerstandsfähigkeit der Fugenfüllung und gibt der Pflasterdecke schon anfangs eine gute Stabilität.

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Anastasia Michel

Anastasia Michel

Telefon: 05923/9663-113

E-Mail: amichel[at]kortmann-beton.de